„Energy, we care!“. Dieser einfache Slogan fasst das stetige Engagement der FOFT und von TIOR zugunsten der Umwelt und des ländlichen Raums bestens zusammen. Dieses Engagement entspricht der zunehmenden Sensibilisierung für die Umwelt und wiederspiegelt sich heute auch visuell mit einer spezifischen Kennzeichnung und einer Medienkampagne. Mit diesen Instrumenten sollen nicht nur die Betriebsphilosophie zugunsten der erneuerbaren Energien, sondern auch alle Massnahmen, die von der FOFT und ihren Mitgliedern im Lauf der Jahre getroffen wurden, einem breiten Publikum bekannt gemacht werden.
Diese „grüne“ Entwicklung wurde von folgenden Hauptetappen geprägt:
• 2008 – Bau der neuen Verteilzentrale der FOFT in Cadenazzo mit besonderen architektonischen Lösungen und möglichst ökologischen Baumaterialien wie Holz
• 2013 – Anschluss verschiedener landwirtschaftlichen Betriebe an das Fernwärmenetz der Region Bellinzona

• 2014 – Montage einer grossen Photovoltaikanlage auf dem Dach der Zentrale der FOFT
• 2015 – Bau eines automatischen Systems am Boden der Verteilzentrale der FOFT, um die pflanzlichen Abfälle einzusammeln und an die Anlage Biogas Piano in Magadino zu liefern.
Die reduzierte Verwendung von fossilen Energien und die verstärkte Sensibilisierung für die Umwelt widerspiegeln sich auch in immer umweltfreundlicheren Methoden, in der Abfalltrennung (Papier, Plastik, PET, Glas, pflanzliche Abfälle, Aluminium), in der Verwendung von Recyclingpapier FSC (Forest Stewardship Council) sowie in der Rationalisierung der Produktionsprozesse und des Managements der Arbeitsabläufe und der Produktion (Kulturbewirtschaftung).

Das 2013 eingeweihte Fernwärmenetz der Region Bellinzona ist ein Projekt der Teris AG, einer Firma, die aus der Zusammenarbeit zwischen der Azienda Elettrica Ticinese (AET), der Azienda Cantonale dei Rifiuti (ACR) und der Gemeinde von Giubiasco hervorging. Das Ziel ist, die Wärme in der Region zu verteilen und dabei die Energie aus der thermischen Abfallbehandlung im kantonalen Kehrichtheizkraftwerk ICTR in Giubiasco rückzugewinnen und bestmöglich zu verwerten.
Das Fernwärmenetz besteht aus unterirdischen isolierten Leitungen, die die Wärme in Form von warmem Wasser, welches von einer einzigen zentralen Anlage produziert wird, verteilen. Diese Wärme ist für Häuser, Läden, Spitäler, das Gewerbe oder die Industrie bestimmt (weitere Informationen auf www.teris.ch).

Um die erneuerbaren – insbesondere lokalen – Energien zu verwerten, haben verschiedene landwirtschaftliche Betriebe, die der FOFT angeschlossen sind, beschlossen, ihre Gewächshäuser mit Fernwärme zu heizen. Die Umweltbilanz ist besonders interessant. Als Sekundärnutzer verwenden diese Betriebe die Abwärme in der Rücklaufleitung von industriellen Verbrauchern, die höhere Temperaturen benötigen.
Andere positive Aspekte sind die Nichtverwendung von fossilen Brennstoffen und die energetische Versorgungssicherheit.

Die 2014 erstellte Photovoltaikanlage auf dem Dach der Verteilzentrale der FOFT in Cadenazzo gehört ebenfalls zur Strategie und zu den Projekten zum Schutz der Umwelt und des ländlichen Raums – zwei wertvolle Ressourcen für den Gemüsesektor. Die Montage von Sonnenkollektoren stellte seit dem Bau der Verteilzentrale 2008 eine Priorität dar. Es befinden sich andere Photovoltaikanlagen auf verschiedenen Betrieben der angeschlossenen Produzenten. Dies beweist den gemeinsamen Willen des Sektors, einen „vorbildlichen“ Prozess zur Entwicklung der erneuerbaren Energien mit Entschlossenheit einzuleiten.

Die am 9. August 2014 von Agere AG in Chiasso (www.age-re.ch) in Betrieb genommene Anlage setzt sich zusammen aus 1.344 Modulen mit 255 Wp (342.72 kwp installiert), die 375 371 kwh pro Jahr mit einer spezifischen Produktion von 1095 kwh/kwp erzeugen. Die von der Anlage erzeugte Energie deckt rund 50% des Energiebedarfs der FOFT ab. Die Firma Agere AG wurde 2008 in Chiasso gegründet mit dem Ziel, die Photovoltaikanlagen im Tessin zu fördern.

2015 wurde die Verteilzentrale der FOFT mit einer modernen Anlage ausgestattet, um die Rüstabfälle ökologisch zu entsorgen. Die Abfälle werden automatisch in Kanälen, die mit einer Endlosschraube versehen sind und am Boden entlang der Aufbereitungsstationen verlaufen, eingesammelt. Sie werden dann zu einer speziellen Zerkleinerungsanlage befördert, wo sie zerkleinert und in Brei verwandelt werden. Die Masse wird in Tanks an die Biogas Ticino AG in der Industriezone von Cadenazzo geliefert. Die mesophile Vergärung bei 37°/ 39° im Fermenter erzeugt Erdgas (Methan). Der vom Motor mit 330 Kw produzierte Strom entspricht dem Verbrauch von 500 Wohneinheiten, und die Wärme wird für die Holztrocknung verwendet.

Die elektrische Energie wird in das Stromnetz eingespeist und als grüne Energie verkauft. Die Vergärung erzeugt ein angereichertes und qualitativ hochstehendes Bodenverbesserungsmittel, welches für die Düngung der Felder benutzt wird, um deren Struktur und Fruchtbarkeit zu verbessern.
Die erste Biogasanlage im Tessin wurde 2011 von sol-E Suisse AG, einer Tochtergesellschaft der Bernischen Kraftwerke BKW AG, in Partnerschaft mit Masseria Ramello und Orticola Bassi AG in Betrieb genommen.